Kassette machen - Das verborgene Potenzial der Audioreflexionen

Dr. Katrin Valentin & Petra Haberl

Dr. Katrin Valentin & Petra Haberl
129: Kassette machen - Das verborgene Potenzial der Audioreflexionen

 

Zwei Freundinnen Mitte Zwanzig beschließen, ihre Gespräche über das Leben und alles, was sie bewegt, auf Kassette aufzunehmen. Das war vor 23 Jahren. Seit diesem Moment treffen sie sich alle paar Monate. Und sie hören sich ihre Erzählungen gemeinsam an, um darüber zu reflektieren. 

Alle zehn Jahre nehmen sie sich dafür ein ganzes Wochenende und durchleben die letzte Dekade im Zeitraffer noch einmal gemeinsam. Im Anschluss an diese Reisen durch die Zeitschleifen treffen sie lebensverändernde Entscheidungen.

Im Gespräch mit Audiograf Ingop Stoll geben sie erstmals Einblicke in ihre ungewöhnliche Langzeitstudie. Sie sprechen über ihre Motivation, ihre Rituale und was diese besondere Form der Audioreflexion für sie bedeutet.

Im Anschluss an das Interview aus dem Oktober 2019 bietet sich für alle Hörer*innen die Chance zur Teilnahme an einem ganz besonderen Experiment am Ende des in jeder Hinsicht besonderen Jahres 2020.

 

 

"Wenn man sich so hardcore reflektiert, kann man gar nicht umhin, sich weiterzuentwickeln."
 

     

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    Zitate aus der Sendung

     

     

    "Es ist einer dieser Effekte, dass wir im Nachinein manchmal feststellen, "ich hatte das schon begriffen". Und Monate oder Jahre später hatte ich das nicht mehr im Zugriff. Aber man hat es über diese Kassette dann wieder zur Verfügung und nimmt wieder Anschluss an sich selbst. Das ist einer der Schätze, die man dadurch hat."
     
      "Ich habe auch immer Tagebuch geschrieben. Aber ein Stück weit ersetzt es das auch, weil es viel leichter und niedrigschwelliger ist - und es ist viel ertragreicher, weil man so viel mehr transportieren kann über die Stimme."
       
        "Die Leute sind natürlich fasziniert, dass das jemand so macht."
         
          "Die ein oder andere Wissenschaftler*in würde sich die Finger danach lecken, so ein Zeitzeugendokument und einen derartigen entwicklungspsychologischen Blick auf die eigene Seele freigeschaufelt zu bekommen." 
           
            "Ich glaube, dass vielleicht für meine Kinder punktuell mal interessant werden könnte, da reinzuhören. Aber ich habe mir darüber noch keine Gedanklen gemacht, ob es vielleicht heimlich bleibt und mit uns die Welt verlässt. Keine Ahnung."
             
              "Als wir uns das erste Mal die zehn Jahre angehört haben, war für mich der Zukunftsblick danach anders. Ich habe klarer formuliert und es hat noch mal eine andere Energie gehabt."
               
              "Wenn wir klarer fomuliert haben wahr die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich etwas realisiert hat." 
               
                "Die Aufnahmen wurden länger und es hat einen echten Raum bekommen. Es hat eine ganz andere Relevanz bekommen über die Jahre."
                 
                  "Es ist eine ganz besondere Facette unserer Freundschaft. Das ist Intimität pur."
                   
                  "Es schafft eine Verbindlichkeit mit mir selbst. Dadurch, dass ich mir das dann noch mal anhöre, führe ich mir alles bewusster vor und schaue das dadurch auch anders an."
                   
                  "Man schafft sich dadurch Geschichte."
                   
                  "Ich würde nicht sagen, dass es mich offener macht. Aber stetiger."
                   
                  "Es ist total elementar und stabilisierend für unsere Freundschaft geworden."
                   
                  "Ich kann mit vorstellen, dass jeder Mensch das in seiner Variante machen kann."
                   
                  "Man muss ja nicht das ganze Leben damit verfolgen, sondern es können auch nur Teilaspekte sein."
                   
                  "Es ist eine Ganzkörpererfahrung letztlich, sich dem dann noch mal zu stellen."
                   
                  "Es ist wie ein Reset drücken im Selbstverhältnis - nach 10 Jahren, wo man so einen unmittelbaren Zugang zu der eigenen Entwicklung hat. Wenn man im Angesicht all der Turbolenzen, die alle ihren Ort bekommen, Entscheidungen trifft, dann sind die immer sehr grundsätzlich. Die basieren dann nicht auf einer spontanen Idee, sondern im Rückgriff auf ganz viele langjährige Entwicklungsgeschichten, die dann zu Einsichten werden."
                   
                  "Wir haben uns selbst ganz freundlich gefragt, ob wir uns wirklich noch mal zehn Jahre mit den gleichen Problemen beschäftigen wollen?!"
                   
                  "Wir haben einen konkreten Plan für die nächsten sieben Jahre gefasst. Das sind für uns große Entwicklungen."
                   
                  "Das Kommunizieren über dieses Medium ermöglicht noch mal eine andere Art der Intimität. Ich erzähle es nicht einfach nur meiner Freundin, sondern auch meinem späteren Ich, wenn man so will. Ich erkläre nachvollziehbarer und ich nenne etwas dazu, was ich rein im Gespräch nicht erwähnt hätte. Es ist ein Intensifyer."
                   
                  "Bei uns ist der Anfang die Begegnung und die Freundschaft. Dann ist ein bestimmtes Medium dazugekommen. Wenn aber am Anfang die Einsamkeit stünde, dann ich könnte ich mir Konstellationen vorstellen, in denen man froh wäre, wenn künstliche Intelligenzen etwas ersetzten. Für das, worum es uns geht, kann ich mir dagegen nicht annähernd vorstellen, dass es jemals daurch ein berechnetes Gegenüber ersetzt werden könnte."

                                                                                                                                                                                                                                                                                   

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